
Bericht aus dem Stadtrat Januar 2026:
In Roth gibt es knapp 6.400 Wohngebäude mit etwa 12.400 Wohnungen. Laut der Analyse der bulwiengesa AG stehen hiervon 4,1% leer, das entspricht knapp 500 ungenutzten Wohnungen in der Stadt Roth. Wohnungen, die zum Teil aus gutem Grund leer stehen und Wohnungen, die aus schlechtem Grund leer stehen. Ein guter Grund wäre, wenn das Gebäude bzw. die Wohnung bspw. so kaputt ist, dass die Wiederherstellung wirtschaftlich gesehen ein Desaster wäre. Ein schlechter Grund wäre bspw. die Wohnung als Finanzanlage zu sehen – so gab es zwischen 2017 und 2022 zeitweise eine Wertsteigerung von 60%. Dieser ist inzwischen zwar auf 47,5% abgeschmolzen, aber weiterhin sprechen wir von knapp 50% Anstieg in 9 Jahren (Quelle: Immowelt). Das Ganze bei einer Inflation von kumulierten 28% (Quelle: finanzen-rechner.net). Ganz schön doller Gewinn, wenn man gleichzeitig keine Kosten für den Unterhalt hat, weil die Wohnung leer steht.
Eine Kommune kann Wohnungsbesitzer*innen nur dann zur Vermietung „zwingen“, wenn eine Zweckentfremdungssatzung vorhanden ist. Um diese zu erlassen muss ein angespannter Wohnmarkt vorliegen. In Roth werden in den kommenden 2 Jahren etwa 350 Personen der Bundeswehr eine neue Unterkunft suchen, gleichzeitig werden 300 neue Wohnungen für die lokale Bevölkerung benötigt. Das klingt für uns ganz schön angespannt.
Der Stadtrat hat nun am 27.01.2026 auf unseren Antrag dazu einen Beschluss gefasst. Werden jetzt die 500 ungenutzten Wohnungen geprüft und sichergestellt, dass diese der Bevölkerung als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden? Das Gremium hat sich selbstverständlich dagegen ausgesprochen (11 zu 14). Somit wird nicht einmal geprüft, ob eine solche Satzung möglich wäre. Dann viel Spaß bei der Wohnungssuche.
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