Acryl-Erläuterungstafeln in der Ratsdiele: Transparenz, die keiner lesen kann

Vorgang 2026/174-01 – Acryl-Erläuterungstafeln an den Fenstern der Ratsdiele

Eine kleine Anmerkung zur modernen Informationsvermittlung in der Ratsdiele: Die Stadt hat die neuen Erläuterungstafeln bewusst aus transparentem Acryl gefertigt, damit der denkmalgeschützte Gesamteindruck nicht gestört wird – und die Bürgerinnen und Bürger künftig ihre eigene Lupe mitbringen dürfen. Wer wollte, dass Informationen in der Ratsdiele eher schlank gestaltet sind, hat sein Ziel erreicht; wer aber lesen möchte, steht vor dem Problem der eingeschränkten Lesbarkeit.

Kurz ernsthaft:

Die Mitteilung 2026/174-01 beantwortet eine Anfrage zur Lesbarkeit der transparenten Acryl-Tafeln an den Fenstern der Ratsdiele. Aus dem Dokument geht hervor, dass die Tafeln gewählt wurden, um invasive Befestigungen an historischen Bauteilen zu vermeiden und den denkmalgeschützten Gesamteindruck zu wahren. Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass die Lichtverhältnisse in Verbindung mit dem Material die Wahrnehmbarkeit der Texte beeinträchtigen können. Technische Nachbesserungen wie eine rückseitige Folierung oder partielle Hinterlegung werden derzeit geprüft. Zu erwartenden Zusatzkosten und zu einem verbindlichen Zeitrahmen liegen noch keine belastbaren Angaben vor; die Prüfung soll in Fachgremien weiter beraten werden.

Warum das politisch relevant ist: Erläuterungstafeln sollen informieren. Wenn Lesbarkeit und Denkmalpflege kollidieren, braucht es konkrete Entscheidungen, nicht nur stilistische Absichtserklärungen. Bürgerinformation darf nicht durchsichtig gemacht werden.

Vorgangsnummer: 2026/174-01 | Original bei ALLRIS