
Vorgang 2026/140 – Prüfung der Weiterentwicklung und Bündelung der Bürgerbeteiligung
Die Goslarer Bürger stechen in See: Ein Antrag der SPD-Ratsfraktion fordert eine Prüfung zur Weiterentwicklung und Bündelung der Bürgerbeteiligung unter dem Arbeitstitel ‚Goslarer Zukunftswerkstatt‘. ISEK 2042, das Mach‑Mit‑Haus und Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Digitalisierung sollen dabei zusammengedacht werden – vorausgesetzt, das Schiff sinkt nicht unter einem Stapel Formulare. Die Idee klingt nach mehr Bürgernähe; die Gefahr ist, dass am Ende viele Prüfberichte im Hafen vertäut werden statt echte Beteiligung zu ermöglichen.
Kurz ernsthaft: Die Vorlage (Antrag der SPD vom 16.04.2026, Beratungsfolge Rat 28.04.2026) beauftragt die Verwaltung zu prüfen, wie bestehende Beteiligungsformate gebündelt und strukturiert werden können. Konkret soll untersucht werden, ob und in welcher Form ein Format wie die ‚Goslarer Zukunftswerkstatt‘ geeignet ist, Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in strategische Zukunftsfragen einzubeziehen. Als Bezugspunkte nennt die Vorlage ausdrücklich das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2042) und Angebote des Mach‑Mit‑Hauses.
Faktisch bleibt offen, welche Ressourcen die Verwaltung für diese Prüfung erhält, welcher Zeitplan gilt und wie die Ergebnisse später in die politischen Gremien eingebracht werden sollen. Besonders wichtig ist, dass die Prüfung nicht bei guten Absichten stehenbleibt: Um Bürgervertrauen zu stärken, müssen Zuständigkeiten, Finanzierung und Erfolgskriterien bereits im Prüfauftrag mitgedacht werden. Ohne diese Klarheit droht aus der ‚Zukunftswerkstatt‘ eine weitere nette Akteninsel ohne Strandanschluss.
Vorgangsnummer: 2026/136 | Original bei ALLRIS