Vorgang 2026/044 – Neukalkulation des Ist-Kostensatzes je Wagenkilometer
Goslar hat offenbar beschlossen, den Kilometer zu glamourisieren: Ab 2026 soll der Ist-Kostensatz je Wagenkilometer der Stadtbus Goslar GmbH 4,45 EUR betragen, rückwirkend ab dem 01.01.2026, und der Wirtschaftsplan 2026 rechnet mit Gesamtkosten von 3.977.276 EUR für 895.000 Nutzwagenkilometer. Wer hätte gedacht, dass ein Kilometer plötzlich so viel Persönlichkeit entwickeln kann? Die Anlage 5 zum Verkehrsvertrag steht jetzt wohl auf dem roten Teppich des Haushalts, während Betriebs- und Leerkilometer ihren eigenen VIP-Ausweis bekommen. Die Stadtwerke Goslar und die Stadtbus Goslar GmbH werden in dieser Kalkulation prominent genannt, die Fahrleistung ist mit 895.000 Kilometern klar beziffert, und der neue Kilometersatz von 4,45 EUR tritt rückwirkend in Kraft – als wäre die Zeitrechnung Teil des Wirtschaftsplanes.
Kurz ernsthaft: Hinter der satirischen Zuspitzung steckt ein reales Problem. Die Vorlage ist eine Beschlussvorlage zur Neukalkulation des Ist-Kostensatzes je Wagenkilometer (Vorgang 2026/044). Belegbar ist die Erhöhung des Kilometersatzes von 4,10 EUR auf 4,45 EUR und die Nennung der voraussichtlichen Gesamtkosten von 3.977.276 EUR für 895.000 Kilometer. Offen bleibt, wie die Stadt die Mehraufwendungen dauerhaft finanziert und welche konkreten Folgen die verringerte Fahrleistung für Verbindungen, Takte und mögliche Preisanpassungen hat. Politisch relevant ist, dass steigende Betriebskosten im Wirtschaftsplan 2026 und eine Reduzierung der Fahrleistung die Erreichbarkeit und die Kosten für Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV beeinflussen können. Vor einer Zustimmung sollten deshalb konkrete Finanzierungs- und Effizienzmaßnahmen vorgelegt werden, um die Belastung der Bürgerinnen und Bürger zu begrenzen.
Vorgangsnummer: 2026/044 | Original bei ALLRIS