Bergwiesenkonzept: Goslar fördert Wiesen statt Aufforstung – 100.000 Euro Pflege

Vorgang 2026/034 – Bergwiesenkonzept in der Stadtforst Goslar

Goslar verzichtet also vorübergehend auf die klassische Wiederaufforstung von Fichten und setzt auf Bergwiesen: 7,2 Hektar in den Rammelsberger Wäldern sollen nach der Borkenkäferkalamität als Offenlandstrukturen entwickelt werden. Die Untere Naturschutzbehörde hat die Flächen begutachtet, ein Ersatzgeldantrag über 100.000 Euro für fünfjährige Entwicklungspflege wurde bewilligt, und die Maßnahmen sollen im Frühjahr 2026 beginnen.

Kurz ernsthaft: Das ist eine handfeste Verwaltungsentscheidung mit ökologischem Steuerungseffekt, keine künstlerische Intervention. In der vorliegenden Mitteilung ist der Kern klar: Statt sofortiger Wiederaufforstung sollen ehemalige Fichtenreinbestände temporär in Bergwiesen umgewandelt werden, die anschließend einem regelmäßigen Wiesenmanagement unterliegen. Vorgesehen ist eine jährliche Mahd zwischen Ende Juni und Ende Juli; nach fünf Jahren sollen feste Bewirtschafter die Pflege übernehmen.

Die Chancen liegen in einer möglichen Stärkung der lokalen Biodiversität und in der Verbindung von ökologischen und landwirtschaftlichen Interessen. Offene Fragen bleiben bestehen: Wie wird die Qualität der Entwicklungspflege und des anschließenden Wiesenmanagements kontrolliert und dokumentiert? Wer wird langfristig als Bewirtschafter gebunden, und welche Folgekosten trägt die Stadt nach Ablauf der fünf Jahre? Bürgerinnen und Bürger werden die Veränderungen vor Ort sehen; die Verwaltung sollte zusätzlich Informationen zur konkreten Umsetzung, zum Monitoring und zu Verantwortlichkeiten bereitstellen.

Vorgangsnummer: 2026/034 | Original bei ALLRIS