Kreistag, der 30. 🍾

Die letzte Sitzung nach 5 Jahren.

Ihr könnt euch vorstellen, wie es uns geht. 🥳

Wir haben schon ein inneres Bier gezapft und ein Herrengedeck bestellt.

Aber nicht nur wir: Alle sind heute gelöst und albern, als wäre kein Wahlkampf.

Wir sind gespannt, wann die Fetzen fliegen. (Spoiler: Wir wurden nicht enttäuscht.)

Aber erst mal: vier Minuten Verspätung, sitten- und ehrenlos das alles.

Heute wieder Schülerinnen im Haus, damit sie lernen, wie es nicht geht. Wir geben unser Bestes.

Heute gibt es noch mehr zu feiern – Geburtstage, Hochzeiten, Geburten – das nimmt gar kein Ende. Der Rest der Kreistagsabgeordneten: fehlt.

Dann eine Erkenntnis: 5 Jahre und keine aktuelle Stunde. Nie. Sollten wir wiedergewählt werden, gehen wir dem auf den Grund.

Apropos Grund, wir beginnen mit der Namensgebung der Grundschule. Es gibt dazu sogar ein Werbevideo mit recht unreinen Reimen. Wir können uns keinen Reim drauf machen und finden den Namen recht einfallslos (Ahornschule, echt jetzt? Wobei: dann könnte man vielleicht die kanadische Eishockeymannschaft zur Einweihung einladen. Mit einem echten Länderspiel im Kühlschrank des Kreistags.). Was soll man aber in Sachen Kreativität vom Kreis Groß-Gerau auch erwarten. Ach, der Name wurde von Lehrern vorgeschlagen? Und ihr Schülerinnen fandet das auch noch gut? Da ist aber noch Luft nach oben, ihr Lieben.

Doch wir sind ja nicht so und geben euch kleinen Rackern im Nachhinein noch ein paar ernstgemeinte Vorschläge an die Hand:

• Bhornschule

• Zweihornschule

• Neinhornschule

• Baumschule

• Schaumschule

• Cindy-S-Schule für mehr Fluglärm

• Super-Duper-Doppelhornschule Deluxe

• Gegenüber-vom-Netto-Schule

Aber: Können die heutigen Schülers überhaupt einen Ahorn von einer Pappel unterscheiden?

Der Weg von niedlichen Grundschülerinnen zurück ins Leben ist hart. Denn jetzt errichten wir ein Hospiz und bürgen auch dafür. Wir sind gespannt, ob wieder alle dafür stimmen, obwohl die Ehrenamtlichen des Hospizes keinen Film mitgebracht haben. Darf man hier im Kreis würdevoll sterben oder wird es Menschen geben, die finden, dass man das doch bitte lieber auf einem würdigen Schlachtfeld (je nach Partei vermutlich woanders) tun solle. Hauptsache nicht in Grönland. Oder doch?

Jede will was sagen. Die €dU mit einer schmissigen Rede – nicht. Auch schön, dass alle dasselbe sagen. Wir zitieren: „Ich will nicht alles wiederholen, was schon gesagt wurde. Aber ich wiederhole einfach doch alles.“ Es wird auch viel über Spirituelles geredet. Wir haben plötzlich Durst.

Wir fassen mal zusammen:

• €dU stirbt langweilig und mit viel Spirit im Herzen.

• sPD – stirbt würdevoll mit. (Wobei, die Partei ohne Eigenschaften ist vermutlich schon tot.)

• FDP so: Klinik schließen. Hospiz öffnen. (Klingt schlüssig.)

• Die AfDings will uneingeschränkt ins Hospiz.

Alles in allem: Krank sein ist unproduktiv. Sterben ist Erben.

Wir zeigen Haltung bei dieser Abstimmung, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber auch hier sehen wir wieder eine sehr gute Gelegenheit für den Kreis seine Finanzen aufzubessern: Ab ins Bestattungsbusiness! Ein todsicheres Geschäft. Wir hätten da auch noch einen Cousin, der Särge herstellen kann, zwei Tanten, die sehr gut mit Menschen können, einen Schwiegervater mit einer Kondolenzkartendruckerei und einen Bruder, der einen florierenden (Zwinkersmiley) Blumenladen hat.

Nur hört uns wieder niemand zu und schon errichten wir noch schnell (haha) ein Mittelstufengymnasium im Nordkreis, für das die €dU leider nicht ist, weil sie plötzlich für klassenübergreifende (und damit meinen wir nicht Schulklassen) Schulen stehen. Verrückte Welt.

Die Spaßpartei findet, dass der Landrat für zu viel Unruhe in Sachen Schule sorgt. Nicht mal wir sind bei der Rede aufgewacht, wir sind zuversichtlich, dass auch niemand die Schülerinnen in den letzten Reihen aufweckt.

Jetzt hat sie (die €dU) den Landrat doch ein bisschen provoziert. Er weckt nun wirklich alle Schülerinnen auf mit dem wütenden Wumms mit dem er vom Podium hüpft. Der Standort soll so attraktiv wie möglich werden, weil goldene Wasserhähne und funktionierende Klos. Jetzt Grundsatzrede. Hätten wir heute nicht mehr gebraucht. 😬

(…) Wir kürzen für Unbeteiligte. Nur so viel: es ist langweilig und es geht um Dinge, die wir schon sehr oft besprochen haben. Aber, hey. Am Ende kriegt der Landrat, was er will und die €dU stampft mit dem Fuß auf. Menno!

Danach auch endlich mal wieder Kreisklinik (siehe oben FDP), äh nein, medizinische Nahversorgung. Oder anders gesagt: Juhu, die FDP arbeitet wieder ohne medizinischen Abschluss in der Klinik. Wir wiederholen: Kur-Klinik mit Casino und Schönheits-OPs. Das zitiert die FDP leider völlig falsch: Kur- vor Klinik vergessen, Casino auch, behauptet, die Krankenkassen würden unser Modell nicht zahlen, ja vielleicht, aber die Rentenkassen schon! Man hat aber immerhin unser Wahlprogramm gelesen. Müssen wir uns Sorgen machen?

Die Spaßpartei bringt den ganzen Saal zum Toben. Nur fehlt der Tusch. Nächstes Mal Kreistag bitte an Rosenmontag. Wir kommen im Politikerkostüm. Böse Zungen könnten behaupten: Ohne Klinik gibt’s halt mehr Kundschaft fürs Hospiz. Oder wie es finanzaffine Menschen sagen würden: „durchlaufende Posten“.

Das Schlimmste: Es sind noch 9 (in Worten: NEUN) Tagesordnungspunkte übrig. Haben wir die Aufhebung der Redezeit verpasst?

Also das Klinikgebäude verkaufen (vorzugsweise an einen der letzten FDP-Wähler) und dann einmieten, als Klinik. Nach ein paar Jahren dann rumjammern, warum die Mietausgaben so hoch sind. Die Lösungsansätze werden immer skurriler, aber am Ende muss die FDP sich doch selbst medizinisch Nahversorgen.

Dann erkennen wir in einem kurzen Prozess (endlich!) Annerkennungsqualifizierungen für pädagogische Fachkräften mit ausländischen Abschlüssen an. Alleine schon für das Wort erkennen wir das an, Chapeau.

Schon wieder Schule. Die Koalition hätte gerne drei Außenklassen mit Außenseitern auf dem Weg von der Regelschule in die Förderschule. Ein Schelm, wer da keinen integrativen Ansatz erkennt. Erwartbar: Die €dU in Form des eingeheirateten Adels (der zur Wahl mal wieder auftaucht) fragt natürlich sofort nach der Finanzierung. Auch nicht besonders integrativ.

Nach dem Heiratsadel spricht der gewählte „Landadel“ und spielt den Erklärbar für Antragstellung. Es gibt Tumulte. Und jetzt haut der Landrat mal (wieder) auf den Tisch.

Das anwesende Baby hält es auch nicht mehr aus. Es schreit mit der Bitte: Wahlkampfmodus aus! Es ist nicht zum Aushalten. Wer hat den Antrag warum gestellt und wann? Es entspinnt sich ein Streit über Geheimniskrämerei, gelesene und nicht gelesene E-Mails und eine Nicht-Entschuldigung (wer hätte das gedacht). Alles unwichtige außen vorgelassen, es werden Außenklassen unterstützt.

Nun: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Wir schlagen vor: Alle Männer im Kreistag geben 50 % ihrer Entschädigungen und Fraktionsgelder an die Frauen im Kreistag ab. Wir gehen mit gutem Beispiel voran (Herr W. überreicht hier einen stattlichen Scheck an Frau K.).

Dann noch die €dU gemeinsam mit der AfDings für Abschiebungen und gegen Bildung. Letztere wird einfach gleich mit abgeschoben.

Außerdem: Die Ökomodellregion Hessen ist ein Auslaufmodell. Das hätte die hessische Landes-Groko-Haram jedenfalls gerne. Der Kreistag möchte gerne wissen warum, wir sind gespannt, wer das alles wissen will.

Die Ökopartei €dU meldet sich zuerst zu Wort und will was Grundsätzliches sagen. 😱 Die Frage sei schon beantwortet, denn eine wichtige, große Consultingfirma hätte das schon geklärt. Das Motto: Frag nicht, was das Consulting für dich tun kann, sondern was du fürs Consulting tun kannst. Sein Kind will nicht Bio essen. Wurst! Uns scheint, Bauern bringen einfach nicht genug Geld ein, wenn das Consulting mit ihnen fertig ist.

Die Verbotspartei der Grünen kommt nun zu Wort. Vielleicht können sie sich ja auch mal ökologisch positionieren. Wir sind gespannt. Na gut: ökologischer Landbau als Treiber für den Kreis. Bringt das aber auch bares Geld? Wir zweifeln. Abschließend wird der Social Media Konsum der €dU gerügt. Social Media Verbot für Boomer!

Laufbusse. Hut ab, darauf muss man erst mal kommen. Wenn die lieben Kleinen es nicht alleine zur Schule schaffen, dann braucht man halt sowas. Laufbus ist übrigens genau das, was du dir gerade darunter vorstellst: mehrere Kinder treffen sich und gehen zusammen zu Fuß zur Schule, um Elterntaxis zu entlasten (bald ist ja auch wieder Frauentag). Damit die Kleinen das auch machen, heißt es wie ein Fahrzeug. Brumm-Brumm.

Für die €dU ist das nicht Sache des einzelnen Kindes, sondern der Schule. Oder sie wollen keine Laufbusse, damit sie sich wieder mal über marodierende Jugendbanden morgens im Ort beschweren können. Wir rätseln noch.

Interessanterweise reisen wir als Vorletztes nach Grönland. Die Freiheit Deutschlands wird nämlich auf dem ewigen Eis verteidigt! IM Maier spricht. Und zwar nicht als Kreistagsabgeordneter, sondern als … mhm, vielleicht Gesandter der russischen Regierung? 🤔 Viele nachdenkliche Gesichter um uns herum.

Die spD ist überraschend zielführend: Sie wollen Bodentruppen aus dem Kreis nach Grönland schicken. Bewaffnet mit Spargel-stech-Instrumenten oder eher den Resten von Biblis? Leider schicken wir aber keine Kinder mit dem Laufbus nach Grönland. Bedauerlich. Am Ende müssen Grönland und das Königreich Dänemark aber doch ohne Kreisbeteiligung auskommen.

Am Ende will die €dU noch Sport machen. Der Redende konterkariert das etwas. Wir sind dagegen. Sport ist für die anderen. Eine kleine Frage zum Schluss sei uns gestattet: War dieser Antrag wirklich nötig?

Endlich Schluss. Die Chefin sagt danke. Hat sie auch allen Grund zu.

Schule aus nach 30 Sitzungen. Uff.