14.11. Wahlkampf-Elefantenrunde bei Radio Rüsselsheim

14. November 2021, 9 Uhr (SONNTAGS!!11!!111!)

Radio Rüsselsheim lädt ein

Elefant:innenrunde. Alle Landrät:innenkandidat:innen auf einem Haufen.

Da wir seit Wochen keine Kandidatinnen-Plakate der AfDings sehen, hatten wir die Hoffnung es käme auch keine. Aber Hoffnungen werden ja auch manchmal enttäuscht.

Die Vorstellung läuft reibungslos, nur die Recherche zu unserer sehr guten Kandidatin ist ein bisschen schlampig durchgeführt. Sie ist natürlich keine Hausfrau, sondern schwerbehinderte Rentnerin.

Herr Will wie immer solide. Seine Stimme sehr angenehm am Morgen.

Der Adel spricht über seine Liebe zu einer Kreisbewohner:in, erklärt aber nicht, warum er nicht mehr Polizist, sondern nun Politiker ist.

Frau H. von der Afdings überschätzt ihre Chancen, die Wahl zu gewinnen ein wenig. Und möchte die Ziele der AfDings bekannter machen. Sie beschwert sich, dass die AfDings nicht genug in den Medien respräsentiert ist. Mimimi.

Schon geht die Diskussion los. Hervorragend. Ob die Umgangsformen die Wahl entscheiden werden. Sie spricht etwas lang die Frau H.. Ihr Wunsch gehört zu werden ist dringlich, ihrer Argumentation wie immer schwer zu folgen (wegen Stammeln) und sie beschwert sich, dass niemand mit ihr im Sandkasten spielen möchte. Wir denken, dass sie nicht wirklich weiß, was eine Landrätin am Ende macht. Sie stockt bei spontanen Fragen (wie meistens) mitten im Satz und lässt uns raten, welche grammatikalische Finesse als nächstes kommt.

Nun der Adel. Sehr fruchtbar. Die Nähe seines Programms zu den Grünen wird festgestellt. Dieses konservativ Grüne kennen wir ja nun schon länger. Wir sehen also weiterhin schwarz, wenn wir an Grün denken.

Die Hörner blasen zur Kreisumlage. Es wird versucht, einen Hahnenkampf zu inszenieren. Der amtierende Landrat lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und versucht, Inhalte zu bündeln. Ja, bitte. Sonst wird das noch zu ernst hier.

GEZ Gebühren. Oh Mann. Unsere sehr gute Kandidatin pariert die Radioliebhaber gekonnt und geht zum Gendern über. Dass wir den Kreis einmal ordentlich durchgendern, dürfte ja jedem hinlänglich bekannt sein. Ihr Vorschlag Rüsselsheim in Vulvahausen umzubenennen, begeistert die Massen. Von Flucht wird gesprochen. Wohl kaum, die meisten Menschen wohnen ja schon im Dicken Busch I und II. Warum zur Hölle ist es schöner in einem Rüssel zu wohnen? Und: Kommen wir nicht alle aus einer Vula? Wir sind ganz klar pro Vulvahausen.

Warum Bischofsheim eigentlich noch Gemeinde ist, Gi-Gu aber Stadt? Finanzielle Vorteile hätte man nicht, sagt der Landrat. Geht es hier etwa nur um Außendarstellung und den guten Ruf, *Hust? Dann wird’s langweilig. Zäune weg? Nicht mit uns. Bei uns gibt’s jede Menge Zaun. Und natürlich Mauern.

Frau H. kann Englisch, bereitet sich sicherheitshalber schon mal vor auf die Zukunft. Sie liest gerne Bücher – Liebesromane aus dem 19. Jahrhundert – und glaubt es wären Geschichtsbücher. Aktuell einen Steinbeck (1902 – 1968). Sehr modern, die Dame. Während der üblichen langen Redepause (Nein, das Radio war nicht kaputt) dachten wir noch, sie antwortet auf die Frage, welches Buch sie aktuell liest mit „Mein Kampf“. Sie hat gerade noch die Kurve bekommen.

Warum sie in die AfDIngs eingetreten ist, interessiert auch nur die Moderatoren. Demokratie ist ein hartes Brot. Nun darf sie auch noch über die unabhängige Presse sprechen. Den Teufel mit dem… Sie wissen schon.

Wir haben das Gefühl, dass uns keiner so recht ernst nimmt. Frechheit!

Der Adel lebt auf, als er sagen darf, was er als zukünftiger Landrat besser machen wird. Finanzen, WorteWorteWorte. Digitalisierung.

Digitalisierung beschäftigt uns seit Corona? Mit Verlaub, sogar uns hat es schon vorher interessiert. Der Landrat stellt mal in einem Rundumschlag was klar zur Digitalisierung in den Schulen. Warum er die Overhead-Projektoren auslässt, ist uns ein Rätsel. Eine mächtige Lücke im Programm. Dafür konnte unsere sehr gute Kandidatin seine Faxnummer ergattern.

Kameras für Sicherheit. Der Adel findet gut, dass die Rüsselsheimer:innen überwacht werden, weil so das ein oder andere Verbrechen verhindert würde. Skandalös. Wenn das die Rüsselsheimer:innen erfahren, dass sie so kriminalisiert werden…

Musikpause. Wünsche können (wegen Internet) leider nicht erfüllt werden. Nun Hartmut mit dem Gebet? Soso. Wann wer das letzte Mal gebetet hat. Unsere Kandidatin ist sich sicher: Mit 14. Der Adel ist Gott näher. Hartmut anscheinend auch. Wir hoffen, es wird wieder säkularer.

Da keiner beten will, Musik. Es stellt sich heraus, dass der Landrat einen schmutzigen Wahlkampf führt, denn sein Musikwunsch dauert 20 Minuten. Guter Versuch. Zur Strafe wird jetzt unser solider Musikwunsch gespielt. Da wir wie immer missverstanden werden, geht es danach immer noch ums Beten. Facepalmsmiley. Alles sehr ernst. Kirchentage, Konfirmationen… Frau H. räuspert sich, sie versucht sich zu erinnern an ihre Kirchenzeit. Ist schon länger her.

Die zukünftige Landrätin Daniela Hannibal Zaun betet zum ersten Mal wieder seit ihrem 14. Lebensjahr und was sollen wir sagen: Es ist das beste Gebet aller Zeiten. Und Gebete gehen ja bekanntlich zu 100% plus X in Erfüllung.

Wir reden jetzt echt über Religion. Wir brauchen dringend Musik. Leider kommt zuerst Frau H. Es geht gegen Moscheen in Raunheim. Muslim Takeover, wie Frau H. vermutet. Die beten ihr zu oft und das ist zu laut. Und sie mag nicht alle Götter. Mal wieder ist die sehr gute zukünftige Landrätin Zaun die Einzige, die pariert. Die Herren sind müde. Die kennen Frau H. schon länger, Mitleidssmiley. Radiozuhörende hatten das Bedürfnis bei den langen Atemdenkpausen gegen das Gerät zu klopfen, um zu schauen, ob es noch funktioniert.

Wir fordern mehr Humor! Und mehr Fakten. Und weniger Glauben und Gefühle.

Der Landrat versucht, die Runde aus dieser Situation herauszumanövrieren. Wir hoffen schwer, es gelingt ihm.

Die Moderation versucht Frau H. zum Thema Rassismus zu provozieren. Es kommt: mimimi. Und sie hat BIG NEWS für uns: die CDU ist grün und links geworden. Die zukünftige Landrätin Zaun beweist, dass sie nicht nur viel Humor, sondern auch das schönste Lachen hat.

Das sehr gute PARTEI Lied bringt etwas Licht ins Dunkel.

Noch 20 Minuten. Der Landrat darf als „pensionierter“ Radfahrer über Radwege sprechen. Logisch wäre das, wenn er passioniert wäre, Zwinkersmiley. Die Moderation glänzt. Der Name des Adels ist auch ziemlich schwer abzulesen. Gut, dass sich ZAUN wirklich jeder merken kann. Finden Sie auf dem Wahlzettel wieder.

Ob wir eine Spaßpartei wären. Diese Frage ist so alt wie die Menschheit und keiner behält sich die Antwort. Unsere Kandidatin rückt deshalb gleich mal einiges gerade und verweist auf unsere extreme Mitte, um den drohenden Linksrutsch durch €dU und AfDings zu verhindern.

Der Adel tischt uns seine Liebesgeschichte wieder auf. Vielleicht mag er sich mal ein paar Jane Austen Romane von Frau H. ausleihen.

Wir sind gespannt auf Frau H., nur zuhören möchte man eigentlich nicht. Fazit: Sie will nicht ausgrenzen, sondern mit Menschen arbeiten … ausgewählten Menschen.

Endspurt. Das schönste am Kreis GG. Darf sich jetzt jeder selbst ausdenken.

Kreisklinik. Der Appell geht des Landrats direkt nach Berlin. Der Adel hat in der letzten Sitzung (die wir extra für die €dU veranstaltet haben) nicht zugehört. Und wir werden gar nicht gefragt, obwohl wir doch das beste Konzept haben.


So schnell kann ein früher Sonntag morgen vergehen.

Hannibal rockt Rüsselsheim