WAGV-Jahresabschluss: Magischer Fehlbetrag trotz 21 Millionen Bilanz

Vorgang 2026/152-01 – Jahresabschluss der WAGV und Geschäftsführerbestellung

Die WAGV präsentiert einen kleinen Zaubertrick: Bilanzsumme 21.105.280,41 EUR, Jahresfehlbetrag 183.841,59 EUR und die Moral von der Geschicht‘ lautet: Wir erheben höhere Wasserpreise. In dieser Aufführung treten außerdem die BRS Treuhand GmbH als geprüfte Beistandskraft und ein Geschäftsführerwechsel (von Selim Aksoy zu Bernd Seelig) als personelle Requisite auf.

Spaß beiseite: Die Vorlage fordert den Rat der Stadt Goslar auf, dem Jahresabschluss der Wasser- und Abwassergesellschaft Vienenburg GmbH (WAGV) zum 31.12.2025 zuzustimmen, den Fehlbetrag in voller Höhe vorzutragen und der Abberufung und Bestellung der Geschäftsführung zuzustimmen. Der geprüfte Jahresabschluss weist eine Bilanzsumme von 21.105.280,41 EUR und einen Jahresfehlbetrag von 183.841,59 EUR aus. Die Wirtschaftsprüfung durch die BRS Treuhand GmbH ergab keine Einwendungen.

Nach den Unterlagen sind die Verluste im Wasser- und Abwasserbereich auf nicht kostendeckende Preise und ungleiche Abschreibungen zurückzuführen; als direkte Folge ist eine Preisanpassung geplant: Die Wasserpreise sollen zum 1. Januar 2026 auf 2,68 EUR pro m³ steigen. Die Vorlage betont zugleich, dass die finanziellen Mittel der WAGV stabil genug seien, um eine Überschuldung auszuschließen, und nennt eine Interimslösung zur Sicherstellung der Versorgung bis zur Neuvergabe von Konzessionen.

Warum das relevant ist: Die Entscheidung betrifft die Trinkwasserversorgung und hat direkte finanzielle Folgen für die Haushalte in Goslar. Offen bleibt, ob die Preiserhöhung und die neue Geschäftsführung die strukturellen Ursachen (Abschreibungsfragen und Kostendeckung) ausreichend beheben. Die Stadtvertretung sollte deshalb die Umsetzung und die Wirksamkeit der Maßnahmen eng begleiten.

Vorgangsnummer: 2026/152-01 | Original bei ALLRIS