Ehrenamtsfonds 2026: 21.500 € und das Lotteriespiel der Ortsvorsteher

Vorgang 2026/074 – Mitteilung zum Ehrenamtsfonds der Harz Energie für das Jahr 2026

Der Ehrenamtsfonds ist da, die Frist ist gesetzt und die Ortsvorsteher halten die Lose: In der Mitteilung 2026/074 teilt die Stadt Goslar mit, dass die Harz Energie für 2026 insgesamt 21.500,00 € als Fördermittel bereitstellt und die Verteilung teils über einzelne Ortsvorsteher und teils über ein städtisches Gremium erfolgt. Vienenburg darf sich über eine Höchstförderung von 3.000,00 € freuen, während Lengde mit 500,00 € auskommen muss – das schmeckt weniger nach Förderpolitik als nach regionaler Lottoauslosung.

Kurz ernsthaft: Hinter dem ironischen Bild steckt ein echtes Verteilungsproblem. Die Vorlage benennt klare Beträge pro Ortschaft und Stadtteil, die Antragsberechtigung (Ortsvorsteher/innen bzw. städtisches Gremium) sowie die Frist zur Antragseinreichung bis zum 31. Mai 2026. Über die beim städtischen Gremium eingegangenen Anträge entscheidet dieses am 24. Juni 2026; die abschließende Bewilligung und Auszahlung erfolgt durch die Harz Energie Netz GmbH & Co. KG. Offen bleibt, nach welchen Kriterien die unterschiedlichen Höchstbeträge festgelegt wurden und wie transparent die Auswahl im Gremium ablaufen wird. Für Ehrenamtliche bedeutet die Regelung: Bewerben, die Frist beachten und hoffen, dass Ortsvorsteher oder Gremium ihre Projekte nicht auf die Abendunterhaltung verschieben. Politisch relevant ist die Frage, ob eine stärkere Standardisierung oder nachvollziehbare Vergabekriterien die spürbare Ungleichbehandlung zwischen Ortschaften verringern würden.

Vorgangsnummer: 2026/074 | Original bei ALLRIS