WAGV-Jahresabschluss: Große Bilanz, kleiner Verlust – Goslar zahlt mit

Vorgang 2026/152-01 – Jahresabschluss der WAGV und Geschäftsführerbestellung

Die WAGV beeindruckt mit einer stolzen Bilanzsumme von 21.105.280,41 EUR, während der Jahresfehlbetrag von 183.841,59 EUR wie ein verschwommenes Fußnotenschattenspiel am Rand der Bilanz steht. Die Stadt soll nun zustimmen, den Fehlbetrag in voller Höhe vorzutragen, die Geschäftsführung zu wechseln und die Wasserpreise zum 1. Januar 2026 auf 2,68 EUR/m³ anzuheben. Willkommen im finanziellen Kabarett der kommunalen Daseinsvorsorge: großes Zahlenkino, kleiner Minuspunkt, Bürgerinnen und Bürger zahlen die Rechnung.

Spaß beiseite: Die Vorlage ist eine Beschlussvorlage, die dem Rat den geprüften Jahresabschluss der Wasser- und Abwassergesellschaft Vienenburg GmbH (WAGV) für das Jahr 2025 vorlegt. Der Abschluss wurde von der BRS Treuhand GmbH geprüft; nach Prüfbericht ergaben sich keine Einwendungen. Die WAGV weist leichte Verluste auf, die in der Vorlage mit nicht kostendeckenden Preisen und ungleichen Abschreibungen begründet werden. Zur Abdeckung der Kosten ist eine Erhöhung des Wasserpreises auf 2,68 EUR pro m³ vorgesehen; dies soll zum 1. Januar 2026 in Kraft treten.

Sachlich betrachtet empfiehlt die Vorlage, den Jahresfehlbetrag von 183.841,59 EUR auf neue Rechnung vorzutragen und den Geschäftsführerwechsel von Selim Aksoy zu Bernd Seelig zuzustimmen. Offen bleibt, ob die Preisanpassung und die neue Geschäftsführung kurzfristig ausreichen, um die wirtschaftliche Situation dauerhaft zu stabilisieren. Außerdem nennt die Vorlage eine Interimslösung zur Sicherstellung der Wasser- und Abwasserentsorgung bis zur Neuvergabe von Konzessionen; Details zur Laufzeit und Kosten dieser Interimslösung werden nicht vollständig ausgeführt. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies konkret: veränderte Wasserpreise und die Notwendigkeit, die Entwicklung der WAGV finanziell und sozialpolitisch zu begleiten.

Vorgangsnummer: 2026/135-02 | Original bei ALLRIS