
Erstaunlich nett gingen die Kreisratenden dabei mit den Gemeinden ins Gebälk. Die müssen für die Rettung tatsächlich nicht noch mehr Schubkarren voll mit Euroscheinchen zum Landratsamt schieben, um das schwarze Loch zu stopfen. Es bleibt bei den 55 Prozent-Kreisumlage-Fuhren. Wie kulant!
Ein genialer Taschenspielertrick machte das möglich. Den hatten sich die Kreisratenden von ihren hochseriösen Kollegen in Starnberg abgeschaut: Fünf Millionen Euro, die für so nutzlose Dinge wie Schulen oder ähnlichen Investitions-Blödsinn im Vermögenshaushalt vorgesehen sind, fließen in Weilheim jetzt in eine „Beteiligung“ an der hochdefizitären Krankenhaus GmbH. Geil!
Aber was für eine Beteiligung ist das überhaupt? Das ganze schwarze GmbH-Loch gehört dem Landkreis als Alleingesellschafter doch sowieso schon längst?!
Pfui! Egal! Klappe! Maul halten! Wir machen das! Wir sind die CSU und haben im Kreistag die Mehrheit! Und wir stopfen bis 2029 weiter jedes Jahr zwölf Millionen Euro in das Krankenhaus-Loch. Jawohl!
Nur ein paar Wenige lehnten sich im Kreistag auf: Markus Kunzendorf (ÖDP) zum Beispiel, der sich ziemlich frech die Argumentation der sehr guten Partei Die PARTEI zu eigen machte: „Für geplante Operationen kann man doch auch nach Starnberg oder München fahren“, meinte er zu möglichen Einsparungen bei der Blut- und Geld-saugenden Klinik.