Pressemitteilung – Antrag zur Umsiedlung des Leuchtturms „Roter Sand“ nach Kirchlengern


Wir haben im Rat der Gemeinde Kirchlengern einen Antrag eingebracht, mit dem sich die Gemeinde offiziell um den Erhalt des Leuchtturms „Roter Sand“ bewerben soll. Ziel ist die Prüfung einer möglichen Umsiedlung des Bauwerks in das Gemeindegebiet Kirchlengern.
Der Leuchtturm „Roter Sand“, errichtet im Jahr 1885, gilt als eines der bedeutendsten technischen und historischen Denkmäler Deutschlands. Aufgrund veränderter, steigender Wellenbelastung sowie eingeschränkter Erreichbarkeit ist sein dauerhafter Erhalt am bisherigen Standort in der Nordsee nach fachlichen Einschätzungen nicht mehr gesichert. Bereits in mehreren Gutachten wurde festgestellt, dass eine langfristige Sicherung nur noch an Land möglich ist.
Der Antrag sieht vor, dass die Gemeindeverwaltung geeignete Standorte im Gemeindegebiet prüft sowie die rechtliche, technische, finanzielle und denkmalrechtliche Machbarkeit einer Umsiedlung untersucht. Die finanziellen Auswirkungen sind derzeit noch nicht konkret bezifferbar, könnten jedoch nach ersten Einschätzungen überwiegend durch übergeordnete Fördermittel getragen werden.
„Kirchlengern bietet als Binnenkommune stabile Rahmenbedingungen, geringe äußere Belastungen und ausreichend Raum für die dauerhafte Sicherung des Bauwerks“, erklärt der Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft, Matthias Wellmeier. „Zudem bestehen hier keine Beeinträchtigungen für bestehende Seezeichen oder Schifffahrtsrouten.“
Neben dem denkmalpflegerischen Nutzen sieht die Fraktion auch Chancen für die Gemeindeentwicklung. Die Ansiedlung des Leuchtturms könnte neue Impulse für Tourismus, kulturelle Bildung und regionale Identität setzen. Darüber hinaus besteht für viele Menschen aus dem Bünder Land und den umliegenden Kommunen eine persönliche Verbindung zum Leuchtturm, der über Generationen hinweg Teil prägender Schul- und Jugenderlebnisse auf Wangerooge war.
Ein Leuchtturm im Binnenland mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Aus Sicht der Antragsteller bietet er jedoch eine klare Symbolik: Orientierung, Beständigkeit und Verlässlichkeit. Werte, die auch unabhängig von der Küstenlage relevant sind.
Mit dem Antrag soll nun ergebnisoffen geprüft werden, ob Kirchlengern einen Beitrag zum langfristigen Erhalt des Leuchtturms „Roter Sand“ leisten kann.