Neues aus dem Kreistag
Wir traten mit folgendem Grundsatzprogramm zur Kreistagswahl (Liste 10) an und bekamen mit 1,2 Prozent ein Mandat:
Unser sehr guter gewählter Kandidat:
1. Dominik Haas (Schotten) wurde in den Kreistag gewählt.
Der Vogelsbergkreis kann sich auf uns verlassen. Wir regieren. Innerlich. Und wenn nötig auch nach außen.
Bericht aus dem Kreistag vom 23.06.26: Demokratie im Hitzestress
Von Ihrem Einzelabgeordneten der Partei Die PARTEI
Gestern fand die Kreistagssitzung des Vogelsbergkreises statt. Ein Ereignis, das man am ehesten als Mischung aus Versammlung, Verwaltungsritual und Hitzebeständigkeitstest beschreiben kann.
Die Tagesordnung war erfreulich übersichtlich: 19 Punkte, davon gefühlt 17 Wahlen, bei denen ich als Einzelabgeordneter der Partei Die PARTEI die besondere Freude hatte, jede Entscheidung allein mit mir selbst auszudiskutieren. Das hat den Vorteil, dass es keine Fraktionssitzungen gibt. Der Nachteil ist, dass man in jeder Abstimmung gleichzeitig Mehrheit, Opposition und verwirrter Zuschauer ist.
Besonders bemerkenswert war ein von den linken Oppositionsparteien ausgearbeiteter Abstimmungsvorschlag. Ziel der Operation: der AfD genau einen Sitz streitig zu machen und diesen der Linke/BFV-Fraktion zukommen zu lassen.
Man könnte sagen: ein demokratisches Fechtduell um den letzten Keks auf dem Sitzungsteller.
Als Einzelabgeordneter beobachtet man solche Manöver mit einer Mischung aus politischem Interesse und der stillen Hoffnung, dass niemand auf die Idee kommt, noch eine weitere geheime Wahl zu beantragen. Hehe, ich habe kurz mit den Gedanken gespielt.
Mein Sitzplatz befindet sich weiterhin im konservativen Flügel direkt neben der AfD. Warum das so ist, weiß vermutlich nur der gleiche Verwaltungsapparat, der Formulare in fünffacher Ausfertigung liebt und Ausschüsse für die Vorbereitung von Vorbesprechungen bildet.
Das ist ungefähr so, als würde man bei einer Familienfeier zwischen dem verschwörungsgläubigen Onkel und dem Typen sitzen, der seit drei Stunden erklärt, warum früher alles besser war.
Ich nehme es sportlich. Irgendwer muss schließlich die kulturelle Brücke zwischen Satirepartei und politischer Endzeitstimmung bilden.
Inhaltlich ging es um Verbandsversammlungen, Wasserverbände, Jugendhilfeausschüsse, Schulkommissionen, Patientenfürsprecher, ehrenamtliche Richterinnen und Richter, Kreisbeigeordnete und den Jahresabschluss 2023.
Mit anderen Worten: die komplette Bingo-Karte kommunaler Selbstverwaltung.
Doch die eigentlichen Gewinner des Tages waren nicht die Gewählten, sondern das Catering.
Auf der Speisekarte standen Wurst, Brötchen mit Käse, Salami und diversen demokratiestabilisierenden Belägen, süße Stückchen, Kaffee, Wasser und Softdrinks.
Besonders hervorzuheben ist außerdem die funktionierende Klimaanlage. In Zeiten knapper Kassen und steigender Temperaturen darf man das durchaus als kommunalpolitische Spitzenleistung bezeichnen.
Die Sitzung war warm, aber nicht zu warm,
anstrengend und erfreulicherweise nicht allzu langwierig. Ein Satz, den man über kommunale Politik nur selten sagen darf. Denn wir waren 2h früher fertig als geplant. Da darf man mal klatschen!
Ich habe meine demokratische Pflicht erfüllt, mehrere Wahlgänge überlebt, den strategischen Kampf um einen AfD-Sitz beobachtet und mich tapfer durch eine Tagesordnung gearbeitet, die mich als eingefleischter Verwaltungsbeamte kurz an meinen Lebensentscheidungen zweifeln hat lassen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis:
Eigentlich hatte ich keinen besonderen Bock auf den Job. Aber wenn schon jemand neben der AfD sitzen, 17 Wahlgänge überstehen und dabei die bereitgestellte Wurst fachgerecht vernichten muss, dann offenbar ich.
Die Demokratie dankt. Vermutlich.
LG euer KreistagsabgeordX des Birdmountain