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Montag, 19. November 2012

Offener Brief des GV an Heinz Buschkowsky

Berlin, den 19.11.2012

Sehr geehrter Herr Buschkowsky!

In meiner Eigenschaft als populistischer Schmierenpolitiker möchte ich Ihnen hiermit herzlich zum andauernden Verkaufserfolg ihrer Veröffentlichung „Neukölln ist überall“ gratulieren.

Besondere Anerkennung verdient die schonungslose Klarheit, mit der Sie darlegen, in welch prekärem, ja unhaltbarem Zustand sich dieser Bezirk heute, nach elf Jahren Ihrer Herrschaft, befindet. Als Politiker, der auch vor unbequemen Wahrheiten nicht die Augen verschließt, beweisen Sie damit den Mut und die Ehrlichkeit, acht Jahre nach dem von Ihnen annoncierten Scheitern von „Multikulti“ auch Ihr eigenes politisches Scheitern, Ihre heillose Überforderung mit der Führung des Bezirks offen einzugestehen. Dafür gebührt Ihnen großer menschlicher Respekt.

Als Ihnen in kritischer Solidarität verbundener Kollege, aber auch als dem Wohl des Bezirks verpflichteter Bürger möchte ich aussprechen, was Sie in Ihrem Buche der Umstände wegen nur indirekt und zwischen den Zeilen mitzuteilen imstande waren:

Zu lange schon liegt das Schicksal unseres bunten und vielfältigen Bezirks Neukölln in den Händen eines fetten, weißen alten Mannes. Es ist höchste Zeit, dass endlich ein fetter, weißer junger Mann das Ruder übernimmt. Wie es der Zufall will, bin ich selbst ein fetter, weißer junger Mann.

Neben den genannten Basisqualifikationen für ein politisches Amt (Maskulinität, kaukasisches Äußeres, Adipositas) beherrsche ich die Bedienung populistischer Klischees aus dem Effeff und verfüge außerdem über mehr als sechs Jahre praktischer Erfahrung in Gentrifizierung. Ein besserer Bezirksvater als meine Person wird in ganz Neukölln, ja in der ganzen Hauptstadt nicht zu finden sein.

Zwar wird im kommenden Jahr lediglich der 18. deutsche Bundestag gewählt. Angesichts der oben dargelegten Umstände kann jedoch nicht geleugnet werden, dass die Sache unserer geliebten Heimat keinen Aufschub duldet, schon gar nicht bis zur nächsten Bezirkswahl in über drei Jahren.

Daher zwingen mich mein Gewissen und mein politisches Pflichtbewusstsein, Sie hiermit aufzufordern, mir den Bezirk bis 21 Uhr am 23. November dieses Jahres friedlich und ohne Fisimatenten zu übergeben. Ihre Antwort erwarte ich bis zum genannten Termin entweder in Textform an

kammerer@nulldie-partei-berlin.de oder persönlich ab 20 Uhr am selbigen Datum bei unserer großen Wahlkampfauftaktgala im Veranstaltungsraum des Laika in der Emser Straße 131, Berlin-Neukölln. Für das leibliche Wohl wichtiger Gäste wird gesorgt.

Sollten Sie den genannten Termin ungenutzt verstreichen lassen, sehen meine politischen Lakaien und ich leider keine andere Option, als einen sogar für unsere Verhältnisse außergewöhnlich primitiven und schmutzigen Wahlkampf mit brutalstmöglichen Schmähungen auch und gerade Ihrer Person zu führen, obwohl die Vogelsang, diese postfeudale CDU-Erscheinung, diese Erika Steinbach für Arme, es mindestens ebenso verdient hätteVBP-Prüfsiegel des Urteilskraft-Institut Kreuzberg

Mit freundlichen Grüßen,

Georg Friedrich Kammerer

GV (Großer Vorsitzender) des Neuköllner Ortsverbandes der Partei Die PARTEI